Wie melde ich eine Marke an?

Was ist eine Marke?

Eine Marke ist ein Zeichen, das geeignet ist, die Waren und/oder Dienstleistungen eines Unternehmens von den Waren und/oder Dienstleistungen eines anderen Unternehmens zu unterscheiden. Als Kennzeichen dieser Art können Worte, Buch- staben, Zahlen und Abbildungen, Farben, Hörzeichen, dreidimensionale Gestaltungen und sonstige Aufmachungen geschützt werden, wenn sie den Bestimmungen des Markengesetzes genügen.

Ein Zeichen kann Markenschutz in Deutschland unter anderem durch Eintragung in das vom Deutschen Patent- und Marken- amt (DPMA) geführte Markenregister erlangen.

Was ist eine Kollektivmarke?

Eine Kollektivmarke ist ein Verbandszeichen, mit dem ein Verband Markenschutz für seine Mitgliedsunternehmen erlangen kann. Die Anmeldung einer Kollektivmarke kommt deshalb nur für rechtsfähige Verbände oder juristische Personen des öffentli- chen Rechts in Betracht.

Bei der Anmeldung einer Kollektivmarke sind die Vorschriften der §§ 97 ff. (folgende) Markengesetz (MarkenG) zu beachten.

Wie ist die Anmeldung einzureichen?‌

Markenanmeldungen können entweder elektronisch

oder in Papierform

  oder schriftlich auf dem Postweg eingereicht werden.

Elektronisch eingereichte Anmeldungen können grundsätzlich schneller bearbeitet werden. Durch die Warenkorbfunktion sind im Waren- und/oder Dienstleistungsverzeichnis nur zulässige Begriffe enthalten. Dies verringert den Prüfaufwand und damit auch die Bearbeitungsdauer.

Wichtige Tipps zur Einreichung einer Markenanmeldung per Telefax

Anmeldung farbiger Marken

Bei Einreichung der Anmeldung per Telefax ist die Wiedergabe der Marke (außer bei reinen Wortmarken) meist von relativ schlechter Qualität. Zudem ist die Darstellung von Farben auf einem beim Deutschen Patent- und Markenamt eingehenden Telefax noch nicht möglich. Beides führt oftmals zu einem zeitaufwendigen Prüfungsverfahren und zu einer Verschiebung des Anmeldetags. Wird eine Anmeldung von farbigen Marken vorab per Fax eingereicht, kann der Anmeldetag des Faxeingangs nur zuerkannt werden, wenn auch auf dem Fax die Zuordnung der Farben erkennbar ist. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wird empfohlen, bei Einreichung einer farbigen Marke vorab per Fax neben den Farbangaben auch auf der grafischen Faxwiedergabe der Marke die Farbverteilung mit entsprechenden Pfeilen kenntlich zu machen.‌

Anmeldung von Wortmarken

Wortmarken sind Marken, die aus Wörtern, Buchstaben, Zahlen oder sonstigen Schriftzeichen bestehen und die sich mit der vom Deutschen Patent- und Markenamt verwendeten üblichen Druckschrift (vergleiche § 7 Markenverordnung [MarkenV]) dar- stellen lassen. Da Wortmarken weder über eine grafische Ausgestaltung noch über Farben verfügen, ist die Einreichung einer Wortmarke nur per Telefax ausreichend.

Welche Unterlagen werden für eine Markenanmeldung benötigt?

Der erste Schritt, um die markenrechtlichen Schutzmöglichkeiten zu nutzen, ist die formal korrekte, inhaltlich vollständige und frühzeitige Anmeldung.

Antrag auf Eintragung einer Marke

Bei Anmeldung einer Marke auf dem Postweg oder per Telefax muss das vom DPMA herausgegebene Formblatt W 7005 ver- wendet werden. Beachten Sie bitte, dass mit jedem Antrag nur eine Marke angemeldet werden kann.

Wenn Sie gleichzeitig in einem Poststück mehrere Marken zur Eintragung anmelden möchten (Serienanmeldung), füllen Sie bitte das Formular „Vorblatt zu einer Serie von Anmeldungen“ (W 7002) vollständig aus.

Eine Serienanmeldung liegt vor, wenn:

alle Anmeldungen denselben Anmelder sowie denselben Leitklassenvorschlag aufweisen.

für alle Anmeldungen gleichermaßen der Antrag auf beschleunigte Prüfung gestellt oder nicht gestellt ist.

zu jeder Anmeldung ein gesondertes Antragsformular (W 7005) vorliegt und im Feld (7) des Antragsformulars die Ge- samtzahl der (Einzel-)Anmeldungen sowie die Nummer der laufenden Anmeldung vermerkt ist.

alle Anmeldungen in einer Post-/Faxsendung an das Deutsche Patent- und Markenamt übermittelt werden. Bereits zwei Anmeldungen können eine Serie darstellen.

Mindesterfordernisse einer Markenanmeldung

Die Anmeldung muss Folgendes enthalten:

Angaben, die es erlauben, die Identität des Anmelders festzustellen,

eine Wiedergabe der Marke sowie Angaben zur Markenform und

ein Verzeichnis der Waren und/oder Dienstleistungen, für die die Eintragung beantragt wird.

Wer kann Anmelder einer Marke sein?‌‌‌

Anmelder kann eine natürliche Person, eine juristische Person oder eine rechtsfähige Personengesellschaft sein (§ 7 Mar- kenG).

Welche Angaben zum Anmelder sind erforderlich?

Die Anmelderangaben müssen Name und Anschrift umfassen.

Wird die Marke für eine Firma angemeldet, so ist die im Handelsregister eingetragene Firmenbezeichnung anzugeben.

Ist ein/e Anmelder/in als juristische Person in einem Register eingetragen, muss der Name entsprechend dem Regis- tereintrag angegeben werden.

Soll die Anmeldung für mehrere Personen erfolgen, sind die Namen und Wohnanschriften aller Einzelpersonen anzu- geben.

Bei nicht eingetragenen Vereinen müssen ebenfalls Name und Anschrift aller Mitglieder angegeben werden.

Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) kann ins Markenregister eingetragen werden, wenn Name und Anschrift von mindestens einem vertretungsberechtigten Gesellschafter angegeben sind, § 5 Absatz 1 Nummer 2 Satz 2 Mar- kenV.

Wird eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gründung (GmbH i.G.) angemeldet, so ist der Anmeldung eine unbeglaubigte Abschrift des Gesellschaftervertrags beizufügen. Bitte beachten Sie, dass nach der Eintragung in das Handelsregister die Umschreibung der angemeldeten oder eingetragenen Marke auf die GmbH zu beantragen ist. Dem Umschreibungsantrag (W 7616) ist ein unbeglaubigter Handelsregister-Auszug beizulegen.

Welche Markenformen gibt es?

Neben den häufigsten Markenformen, den reinen Wortmarken, kombinierten Wort-/Bildmarken und reinen Bildmarken (ohne Wortbestandteile), gibt es dreidimensionale Marken, Hörmarken, Kennfadenmarken und sonstige Markenformen (beispielswei- se Farbmarken, Positionsmarken, Bewegungsmarken).

Details zu den Markenformen

Wortmarken sind Marken, die aus Wörtern, Buchstaben, Zahlen oder sonstigen Schriftzeichen bestehen, die sich mit der vom Deutschen Patent- und Markenamt verwendeten üblichen Druckschrift darstellen lassen.

Wort-/Bildmarken bestehen aus einer Kombination von Wort- und Bildbestandteilen oder aus Wörtern, die grafisch ge- staltet sind.

Bildmarken enthalten ausschließlich Bilder, Bildelemente oder Abbildungen (ohne Wortbestandteile).

Dreidimensionale Marken sind gegenständliche Marken. Sie bestehen aus einer dreidimensionalen Gestaltung wie zum Beispiel der Form der beanspruchten Waren oder deren Verpackung.

Hörmarken sind akustische, hörbare Marken, also Töne, Tonfolgen, Melodien oder sonstige Klänge und Geräusche.

Kennfadenmarken sind in der Regel farbige Streifen oder Fäden, die auf bestimmten Produkten (meist Kabeln, Drähten oder Schläuchen) angebracht sind.

Um eine sonstige Markenform handelt es sich, wenn die Marke keiner der vorgenannten Markenformen zugeordnet werden kann. Beispielsweise ist eine Farbmarke, die aus einer konturlosen Farbe oder der Kombination mehrerer Far- ben besteht, eine anerkannte sonstige Markenform. Auch eine Positionsmarke, die ein Zeichen an einer bestimmten, stets gleichbleibenden Stelle auf der Ware beziehungsweise (bzw.) auf einem Warenteil oder der Verpackung positio- niert, stellt eine sonstige Markenform dar. Ebenso wird eine Bewegungsmarke, die einen Bewegungsablauf wiedergibt, etwa als Abfolge von zwei- oder dreidimensionalen Bildern, in diese Markenkategorie eingeordnet.

Was muss bei der Einreichung der Markenwiedergabe beachtet werden?

Ihre Anmeldung muss in jedem Fall die im Grundsatz nachträglich nicht änderbare Wiedergabe der Marke enthalten und neben dem genau wiedergegebenen Schutzgegenstand auch die beanspruchte Markenform erkennen lassen. Anderen- falls ist die Anmeldung nicht wirksam oder sichert unter Umständen nicht den Zeitrang des Anmeldetags.

Bei Wortmarken (§ 7 MarkenV) ist die Markenangabe auf dem Anmeldeformular in den üblichen Schriftzeichen (Buchstaben, Zahlen oder sonstige Zeichen, siehe Symbol PDF-Datei Liste der verwendbaren Zeichen) wiederzugeben.

Bei allen anderen Marken muss dem Anmeldeantrag eine grafische Wiedergabe der Marke beigefügt werden. Bitte verwenden Sie hierzu das Anlageformblatt W 7005.1 und drucken oder kleben Sie die Markenwiedergabe dort auf bzw. fügen Sie diese ein.

Manchmal lässt sich der Schutzgegenstand der Marke durch die grafische Wiedergabe nicht ausreichend eindeutig darstellen (zum Beispiel [z. B.] bei Farb-, Positions- und Bewegungsmarken). In diesem Fall muss der Markenanmeldung eine Beschrei- bung der Marke beigefügt sein.

Für das Format der Darstellung sind folgende Formvorschriften zu beachten:

Die Blattgröße der grafischen Wiedergabe darf das Format DIN A 4 (29,7 cm Höhe, 21 cm Breite) nicht überschreiten.

Die für die Darstellung benutzte Fläche (Satzspiegel) darf nicht größer als 26,2 cm x 17 cm sein.

Die Mindestgröße der Markenwiedergabe beträgt 8 cm in der Breite oder 8 cm in der Höhe (§ 8 Absatz 3 MarkenV).

Das Blatt ist nur einseitig zu bedrucken.

Vom oberen und vom linken Seitenrand ist ein Randabstand von mindestens 2,5 cm einzuhalten.

Soweit sich die vom Anmelder gewünschte Stellung der Marke aus der Abbildung nicht von selbst ergibt, ist durch einen entsprechenden Vermerk auf jeder Wiedergabe zu kennzeichnen, wo „oben“ sein soll.

Die Wiedergabe der Marke kann zusätzlich auf einem elektronischen Datenträger (CD oder DVD) eingereicht werden. Folgende Formate sind für den elektronischen Datenträger gemäß §§ 8 Absatz 5 Satz 3; 11 Absatz 5 Nummer 1 Satz 1 MarkenV zugelassen:

CD-R

CD-RW

DVD-R

DVD+R

DVD-RW

DVD+RW.

Die Bilddateien im Format JPEG (*.jpg) sind im Stammverzeichnis des leeren Datenträgers abzulegen (keine Unterver- zeichnisse). Die Größe der Datei darf 1 Megabyte nicht überschreiten.

Besonderheiten bei 3-D-Marken

Wird eine dreidimensionale Gestaltung als Marke angemeldet (dreidimensionale Marke), besteht die Möglichkeit, bis zu sechs verschiedene Ansichten der Marke einzureichen.

Besonderheiten bei Hörmarken

Soll ein Klang als Marke angemeldet werden (Hörmarke), so muss außer einer grafischen Wiedergabe der Marke (Darstellung durch ein Notensystem) auch eine klangliche Wiedergabe der Marke auf einem elektronischen Datenträger (CD oder DVD) der Anmeldung beigefügt werden.

Was ist zu beachten, wenn die Marke farbig eingetragen werden soll?

Wenn die Marke nicht in Schwarz-weiß, sondern in Farbe eingetragen werden soll, sind die entsprechenden allgemeinen wörtli- chen Farbbezeichnungen anzugeben (z. B. Rot, Grün, Gelb). RAL-, Pantone- oder HKS-Nummern sind nicht ausreichend. Werden sie zusätzlich zu den wörtlichen Farbnamen angegeben, ist dies unschädlich.

Bitte beachten Sie hierzu auch die Hinweise unter Punkt 3.2 „Wichtige Tipps zur Einreichung einer Markenanmeldung per Tele- fax“ des Merkblatts.

Verzeichnis der Waren und/oder Dienstleistungen

Marken werden nicht pauschal eingetragen. Vielmehr müssen Sie auflisten, für welche Waren und/oder Dienstleistungen Ihre Marke geschützt werden soll. Das Waren- und/oder Dienstleistungsverzeichnis ist deshalb wichtiger Bestandteil der Markenan- meldung, die ohne ein solches Verzeichnis unvollständig ist. Benennen Sie präzise die Waren und/oder Dienstleistungen, die mit der angemeldeten Marke gekennzeichnet werden sollen.

Fehler bei der Abfassung des Waren- und/oder Dienstleistungsverzeichnisses sind der mit Abstand häufigste Grund für die verlängerte Bearbeitungsdauer von Markenanmeldungen. Um diesen Aufwand zu vermeiden und die Marken schneller eintra- gen zu können, bieten wir verschiedene Hilfestellungen bei der Abfassung der Verzeichnisse an.

Unter http://www.dpma.de/marke/klassifikation/index.html finden Sie allgemeine Informationen zum Thema international harmoni- sierte Klassifikation. Zulässige Begriffe für die Erstellung eines Verzeichnisses finden Sie in der einheitlichen Klassifikationsdaten- bank (eKDB) http://www.dpma.de/marke/markenschutz/klassifikation/einheitlicheklassifikationsdatenbank/index.html. Werden Be- griffe aus der eKDB in der Anmeldung verwendet, können wir die Marken – sofern keine rechtlichen Hindernisse bestehen – sofort eintragen.

Alle Waren und/oder Dienstleistungen sind aufgrund der sogenannten Nizza-Klassifikation in insgesamt 45 Klassen aufgeteilt. Das Verzeichnis der Waren und/oder Dienstleistungen ist in gruppierter Form einzureichen. Dies bedeutet, dass die Wa- ren/Dienstleistungen nach Klassen getrennt und die Klassen numerisch aufsteigend aufgeführt werden müssen.

Beispiel: Klasse 20: Möbel

Klasse 35: Werbung; Unternehmensverwaltung Klasse 36: Finanzwesen

Die Höhe der Gebühr, die für die Anmeldung zu zahlen ist, richtet sich nach der Zahl der beanspruchten Klassen.

Was kostet eine Markenanmeldung?

Für die Anmeldung einer Marke ist eine Anmeldegebühr zu zahlen, welche die Klassengebühren für bis zu drei Klassen umfasst. Wird die Marke für Waren und/oder Dienstleistungen angemeldet, die in mehr als drei Klassen der Klasseneinteilung der Waren und Dienstleistungen fallen, ist außerdem für jede Klasse ab der vierten eine Klassengebühr zu zahlen. Diese Gebühren werden mit der Einreichung der Anmeldung fällig. Sie können weder gestundet noch erlassen werden. Die Höhe der Gebühren wird dem Anmelder mit der Empfangsbestätigung mitgeteilt. Danach erfolgt bezüglich der dort aufgeführten Gebühren keine weitere Aufforderung zur Zahlung.

Zusätzlich zu den Anwaltsgebühren sind folgende behördlichen Gebühren zu entrichten:

(1) Anmeldeverfahren einschließlich der Klassengebühr für bis zu drei Klassen

für eine Marke (§ 32 MarkenG) bei elektronischer Anmeldung

290 €

für eine Marke (§ 32 MarkenG) bei Anmeldung in Papierform

300 €

für eine Kollektivmarke (§ 97 MarkenG)

(2) Zusätzliche Klassengebühr bei Anmeldung

900 €

für eine Marke je zusätzlicher Klasse (§ 32 MarkenG)

100 €

für eine Kollektivmarke je zusätzlicher Klasse (§ 97 MarkenG)

150 €

Gebühr für den Antrag auf beschleunigte Prüfung nach § 38 MarkenG

Beschleunigte Prüfung der Anmeldung (§ 38 MarkenG) 200 €

Wird die Anmeldegebühr nicht innerhalb von drei Monaten nach der Einreichung der Anmeldung vollständig gezahlt, so gilt die Anmeldung als zurückgenommen, § 6 Absatz 1 Patentkostengesetz (PatKostG). Die gesetzlich festgelegte Zahlungsfrist läuft unabhängig vom Erhalt einer Empfangsbestätigung!

Die Anmeldegebühr und eventuelle Klassengebühren für die nationale Markenregistrierung sind Antragsgebühren, die mit der Antragstellung und Zahlung unabhängig vom Ausgang des Markeneintragungsverfahrens verfallen. Das heißt, die Anmel- degebühren können z. B. bei Rücknahme der Markenanmeldung nicht zurückgezahlt werden. Dies gilt analog für die nationalen Gebühren, die für die Anmeldung einer internationalen Marke bzw. für die nachträgliche Benennung zu einer interna- tionalen Registrierung zu zahlen sind.

Was passiert nach der Anmeldung?‌‌

Sie erhalten eine Empfangsbestätigung mit dem behördlichen Aktenzeichen. Durch die Erfassung der wesentlichen Anmeldeda- ten in dem amtsinternen Datenverarbeitungssystem wird Ihre Anmeldung im elektronischen Register DPMAregister unter www.dpma.de öffentlich abrufbar.

Nach Eingang der Gebühren, die innerhalb von drei Monaten nach der Antragstellung zu zahlen sind, prüft das Deutsche Pa- tent- und Markenamt, ob die Anmeldung die formellen Erfordernisse erfüllt und ob der Eintragung der Marke sogenannte abso- lute Schutzhindernisse (Näheres siehe unter Punkt 8.) entgegenstehen (§§ 36, 37 MarkenG).

Sind die formellen Erfordernisse der Anmeldung erfüllt und liegt kein absolutes Schutzhindernis vor, wird die Marke eingetra- gen. Sie erhalten dann die Eintragungsurkunde mit dem dazugehörigen Registerauszug. Die Eintragung der Marke wird im amtlichen elektronischen Markenblatt unter https://register.dpma.de/DPMAregister/Uebersicht veröffentlicht.

Bitte beachten Sie:

Im Anmeldeverfahren wird nicht geprüft, ob ältere Marken- bzw. Kennzeichenrechte Dritter der Eintragung entgegenstehen.

Im Falle eines Widerspruchs- oder Löschungsverfahrens aufgrund älterer Rechte kann es sein, dass die Marke wieder gelöscht wird.

Absolute Schutzhindernisse

Eine Marke kann nur eingetragen werden, wenn keine absoluten Schutzhindernisse bestehen. Absolute Schutzhindernisse sind beispielsweise:

fehlende Unterscheidungskraft,

für die allgemeine Benutzung freizuhaltende beschreibende Angaben,

ersichtliche Irreführungsgefahr,

in der Marke enthaltenes Hoheitszeichen,

Verstoß gegen die guten Sitten oder die öffentliche Ordnung.

Vom Schutz ausgeschlossen sind somit zum Beispiel Zeichen, die sich nicht grafisch darstellen lassen, denen jegliche Unter- scheidungskraft fehlt oder solche, die die betreffenden Waren und/oder Dienstleistungen lediglich beschreiben (z. B. das Wort

„Äpfel“ für die Ware „Obst“).

Es besteht in diesen Fällen auch dann kein Anspruch auf Eintragung, wenn die Marke so oder ähnlich bereits zu einem frühe- ren Zeitpunkt ins Markenregister eingetragen wurde. Die Entscheidung erfolgt in jedem Einzelfall allein auf Grundlage des Ge- setzes.

Stellt sich bei der Prüfung Ihrer Anmeldung heraus, dass Eintragungshindernisse vorliegen, erhalten Sie eine schriftliche Bean- standung. Können die amtlichen Bedenken nach Prüfung Ihrer Stellungnahme nicht fallengelassen werden, wird die Anmeldung mit einem Beschluss (gegebenenfalls teilweise) zurückgewiesen. Diese Entscheidung können Sie in einem kostenpflichtigen (amtlichen) Erinnerungs- oder (gerichtlichen) Beschwerdeverfahren überprüfen lassen (siehe hierzu Punkt 9.).

Erinnerung oder Beschwerde

Besteht das Schutzhindernis auch unter Berücksichtigung der Stellungnahme fort, erlässt – je nach Geschäftsverteilung – ein Beamter des gehobenen oder höheren Dienstes oder ein vergleichbarer Angestellter als Prüfer/in einen Zurückweisungsbe- schluss.

Hat ein Beamter des höheren Dienstes die Entscheidung getroffen, kann gegen diese Entscheidung Beschwerde zum Bun- despatentgericht eingelegt werden. Hat ein Beamter des gehobenen Dienstes oder ein vergleichbarer Angestellter die Ent- scheidung getroffen, kann gegen diese Entscheidung Erinnerung oder Beschwerde eingelegt werden. Im Unterschied zur Beschwerde zum Bundespatentgericht wird über die Erinnerung ein Beamter des höheren Dienstes oder ein vergleichbarer Angestellter als Erinnerungsprüfer/in entscheiden. Gegen diese Entscheidung ist dann die Beschwerde zum Bundespatentge- richt möglich.

Die Frist zur Einlegung der Erinnerung und der Beschwerde beträgt jeweils einen Monat ab Zustellung des Beschlusses.

Es besteht die Möglichkeit, die Beschwerde als elektronisches Dokument einzureichen. Dazu müssen bestimmte EDV- technische Voraussetzungen erfüllt sein, deren Rahmenbedingungen in der Verordnung über den elektronischen Rechtsverkehr beim Deutschen Patent- und Markenamt (ERVDPMAV) geregelt sind. Bitte beachten Sie unbedingt diese detaillierten Anforde- rungen an die Einlegung einer elektronischen Beschwerde, die auch unter http://www.dpma.de/service/e_dienstleistungen/dpmadirekt/index.html aufgeführt sind.

Es genügt beispielsweise nicht, einen Beschwerde-Schriftsatz per E-Mail an das DPMA zu übermitteln. Wenn die Anforde- rungen nicht eingehalten werden, ist die Beschwerde nicht rechtswirksam eingelegt. Prüfen Sie daher bitte sorgfältig, ob Sie das Rechtsmittel der Beschwerde ordnungsgemäß in elektronischer Form einlegen können oder dies in der weiterhin gülti- gen Schriftform vornehmen wollen.

Sowohl für die Erinnerung (150 €) als auch für die Beschwerde (200 €) ist eine Gebühr zu entrichten.

Alle Einzelheiten (wer entschieden hat; welcher Rechtsbehelf möglich ist; Frist, Form und Gebühr des Rechtsbehelfs) ergeben sich aus der Rechtsmittelbelehrung, die dem Zurückweisungsbeschluss beigefügt ist.

Wird über die Erinnerung nicht innerhalb von sechs Monaten nach Einlegung entschieden, besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Entscheidung zu stellen. Sollte innerhalb von zwei Monaten nach Zugang dieses Antrags nicht entschieden werden, kann gegen den mit der Erinnerung angefochtenen Beschluss unmittelbar Beschwerde beim Bundespatentgericht eingelegt werden.‌

Schutzwirkung und Schutzdauer

Durch die Eintragung Ihrer Marke in das deutsche Markenregister erlangen Sie Markenschutz im gesamten Gebiet der Bundes- republik Deutschland. Die Schutzdauer beginnt mit dem Anmeldetag und endet zehn Jahre nach Ablauf des Monats, in den der Anmeldetag fällt.

Im Gegensatz zu den anderen gewerblichen Schutzrechten ist der Markenschutz gegen Zahlung entsprechender Gebühren beliebig oft um jeweils zehn Jahre verlängerbar. Die Verlängerung können Sie auch nur für einen Teil der Waren und/oder Dienstleistungen bewirken und bei Verzicht auf einzelne nicht mehr benötigte Klassen gegebenenfalls Verlängerungsgebühren sparen. Das Formular W 7412 zur Verlängerung der Schutzdauer und Änderung des Schutzumfangs können Sie unter http://www.dpma.de/marke/formulare/index.html downloaden.

Die Verlängerung wird dadurch bewirkt, dass eine Verlängerungsgebühr und, wenn die Verlängerung für Waren bzw. Dienst- leistungen gelten soll, die in mehr als drei Klassen fallen, die Klassengebühren gezahlt werden. Diese Gebühren sind jeweils für die folgende Schutzfrist am letzten Tag des Monats fällig, in dem die Schutzdauer der Marke endet (§ 3 Absatz 2 PatKostG). Sie dürfen frühestens ein Jahr vor Eintritt der Fälligkeit vorausgezahlt werden. Sie sind bis zum Ablauf des zweiten Monats nach Fälligkeit zu zahlen. Danach kann die Verlängerung nur noch bewirkt werden, wenn die Gebühren mit einem Verspätungszu- schlag bis zum Ablauf einer Frist von sechs Monaten nach Fälligkeit gezahlt werden (§ 7 Absatz 1 PatKostG).

Welche Möglichkeiten bietet eine eingetragene Marke?

Mit der Eintragung der Marke entsteht ein ausschließliches Recht (§ 14 Absatz 1 MarkenG), das dem Markeninhaber unter anderem ermöglicht, im Verletzungsfall Schadensersatzansprüche geltend zu machen oder die Unterlassung der beeinträchti- genden Handlung zu verlangen (§§ 14 ff. MarkenG).

Allerdings ist zu beachten, dass die Marke im Falle eines sich anschließenden Widerspruchsverfahrens aufgrund älte- rer Markenrechte wieder gelöscht werden kann. Es handelt sich insoweit zunächst um ein vorläufig eingetragenes Recht.

Widerspruch

Grundsätzlich handelt es sich bei der Eintragung Ihrer Marke um ein eingetragenes Recht, das in bestimmten Fällen aber wie- der gelöscht werden kann. Ist Ihre neu eingetragene Marke identisch oder ähnlich mit anderen, älteren Anmeldungen, Marken oder geschäftlichen Bezeichnungen, können deren Inhaber Widerspruch gegen Ihre Marke einlegen. Das gilt natürlich auch im umgekehrten Fall: Wenn Ihr Markenrecht durch eine neu eingetragene Marke verletzt wird, können Sie dagegen Widerspruch einlegen. Bei erfolgreichem Widerspruch wird die Marke ganz oder nur für einen Teil der Waren und/oder Dienstleistungen gelöscht. Das Formular W 7202 zur Einlegung eines Widerspruchs gegen die Eintragung einer Marke können Sie unter http://www.dpma.de/marke/formulare/index.html abrufen.

Ablauf Widerspruchsverfahren

Nach der Veröffentlichung der Eintragung der Marke haben Inhaber älterer angemeldeter oder eingetragener Marken, Inhaber von Benutzungsmarken und Inhaber von geschäftlichen Bezeichnungen (Werktitel und Unternehmenskennzeichen) innerhalb einer Frist von drei Monaten die Möglichkeit, Widerspruch gegen die Eintragung der Marke einzulegen (§ 42 MarkenG).

Wenn ein oder mehrere Widersprüche eingehen, informiert das DPMA den Inhaber der angegriffenen Marke. Der Inhaber erhält dann Gelegenheit, sich hierzu zu äußern. Nachdem sowohl der Widersprechende als auch der Inhaber der angegriffenen Marke Gelegenheit hatten, Stellungnahmen abzugeben, entscheidet je nach Geschäftsverteilung ein Beamter des gehobenen Diens- tes oder ein vergleichbarer Angestellter oder ein Beamter des höheren Dienstes über den Widerspruch.

Als Widerspruchsgründe können der Identitätsschutz (§ 9 Absatz 1 Nummer 1 MarkenG), die Verwechslungsgefahr (§ 9 Absatz 1 Nummer 2 MarkenG) und der Bekanntheitsschutz (§ 9 Absatz 1 Nummer 3 MarkenG) geltend gemacht werden.

Die mit Abstand meisten Widersprüche werden auf den Widerspruchsgrund der Verwechslungsgefahr gestützt. Einem solchen Widerspruch wird grundsätzlich stattgegeben und die jüngere Marke gelöscht, wenn wegen der Identität oder Ähnlichkeit des Widerspruchszeichens mit der eingetragenen Marke und der Identität oder Ähnlichkeit der durch die beiden Zeichen erfassten Waren und/oder Dienstleistungen bzw. der Branchennähe die Gefahr besteht, dass die von den Waren und/oder Dienstleistun- gen angesprochenen Verkehrskreise die Zeichen miteinander verwechseln. Besteht diese Gefahr nicht, wird der Widerspruch grundsätzlich zurückgewiesen.

Gegen die Widerspruchsentscheidung kann Erinnerung oder Beschwerde eingelegt werden (siehe oben unter Punkt 9.).

Um die Gefahr, dass Ihre Marke durch ein Widerspruchsverfahren wieder gelöscht wird, so weit wie möglich auszuschließen, sollten Sie bereits vor der Anmeldung einer Marke recherchieren, ob bereits identische oder ähnliche Marken registriert sind. Eine solche Recherche können Sie entweder selbst mit Hilfe des Recherchesystems DPMAregister des Deutschen Patent- und Markenamtes (http://register.dpma.de) über das Internet oder im Recherchesaal des DPMA in München, im Technischen Infor- mationszentrum in Berlin oder einem der Patentinformationszentren durchführen. Oder Sie können sich durch einen Rechts- oder Patentanwalt oder private Dienstleister bei der Recherche unterstützen lassen. Ebenfalls empfehlenswert ist es, mit einer allgemeinen (Internet-)Recherche nach identischen oder ähnlichen älteren Benutzungsmarken und geschäftlichen Bezeichnun- gen zu suchen, da diese nicht in DPMAregister recherchiert werden können.

Löschung der Eintragung einer Marke im Register

Die vollständige oder teilweise Löschung der Eintragung einer Marke aus dem Register kann aus verschiedenen Gründen erfol- gen:

Verzicht

Als Inhaber einer eingetragenen Marke können Sie jederzeit auf die Marke insgesamt oder auf einzelne Waren bzw. Dienstleistungen verzichten (§ 48 MarkenG). Das Formular W 7437 zur vollständigen/teilweisen Löschung der Eintragung einer Marke wegen Verzichts können Sie unter http://www.dpma.de/marke/formulare/index.html downloaden.

Nichtverlängerung

Die Eintragung einer Marke wird nach Ablauf der 10jährigen Schutzdauer aus dem Register gelöscht, es sei denn, ihre Schutzdauer wird für weitere 10 Jahre durch die Zahlung der Verlängerungsgebühr verlängert (§ 47 MarkenG).

Widerspruchs- und Löschungsverfahren

Die Löschung kann auch auf dem Antrag eines Dritten beruhen. Dritte können beim DPMA die Löschung der Eintragung einer Marke im Rahmen des Widerspruchsverfahrens (siehe oben unter Punkt 12.), wegen Verfalls der Marke (§§ 49, 53 MarkenG) oder wegen Nichtigkeit der Marke aufgrund absoluter Schutzhindernisse (§§ 50, 54 MarkenG) beantragen. Es handelt sich um gebührenpflichtige Verfahren, an denen der Markeninhaber beteiligt wird.

Die Löschung kann aber auch das Ergebnis eines rechtskräftig abgeschlossenen Gerichtsverfahrens vor den ordentlichen Gerichten sein. Auch dort kann ein Dritter geltend machen, dass die Marke verfallen ist oder ältere Rechte bestehen, die die Marke verletzt (§§ 49, 51, 55 MarkenG).

Die Formulare W 7440 (Antrag auf vollständige/teilweise Löschung wegen Verfalls), W 7412 (Antrag auf vollständige/teilweise Verlängerung einer Marke) bzw. W 7442 (Antrag auf vollständige/teilweise Löschung wegen absoluter Schutzhindernisse) kön- nen Sie unter http://www.dpma.de/marke/formulare/index.html downloaden.

Allgemeine Hinweise

Im Verfahren vor dem Deutschen Patent- und Markenamt kann die Anmeldung jederzeit zurückgenommen und das in der An- meldung enthaltene Verzeichnis der Waren und/oder Dienstleistungen eingeschränkt werden.

Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, die Teilung der angemeldeten oder eingetragenen Marke zu erklären. Ebenso können fremdsprachige Anmeldungen eingereicht werden. Weitere Einzelheiten dazu regelt § 15 MarkenV.

Warnung vor – teilweise irreführenden – Angeboten, Zahlungsaufforderungen und Rechnungen im Zusammenhang mit Schutzrechtsanmeldungen und -verlängerungen

Das Deutsche Patent- und Markenamt warnt im Zusammenhang mit Schutzrechtsanmeldungen und -verlängerungen vor – teilweise irreführenden – Angeboten, Zahlungsaufforderungen und Rechnungen, die von privaten Unternehmen und nicht vom Deutschen Patent- und Markenamt stammen.

Das Angebot dieser Unternehmen beinhaltet eine kostenpflichtige Veröffentlichung oder Eintragung von Schutzrechten in nichtamtliche Register (siehe unten unter Schutzrechtsanmeldungen) oder eine Verlängerung des Schutzrechts beim Deutschen Patent- und Markenamt (siehe unten unter Schutzrechtsverlängerungen).‌

Der Angebotscharakter der Schreiben ist häufig nicht auf den ersten Blick erkennbar und ergibt sich oft erst bei genauer Lektüre eines kleingedruckten Textes oder der teilweise rückseitig abgedruckten Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Manche Schrei- ben ähneln den Schreiben und Formularen des Deutschen Patent- und Markenamts oder anderer Ämter. Die oft behördenähn- lich klingenden Namen und hoheitlich anmutenden Logos der Firmen verstärken die Verwechslungsgefahr.

Sie sollten Schreiben mit Zahlungsaufforderungen für Schutzrechte daher immer genau prüfen. Sofern Sie sich nicht sicher sind, ob das Schreiben wirklich vom Deutschen Patent- und Markenamt stammt, kontaktieren Sie bitte Ihren Rechtsanwalt oder Patentanwalt. Wenn Sie zu einem empfangenen Schreiben Fragen haben oder ein Unternehmen melden möchten, das mögli- cherweise irreführende Zahlungsaufforderungen versendet und auf der Internetseite des DPMA noch nicht genannt ist, nehmen Sie bitte mit dem DPMA Kontakt auf.

Solche Angebotsschreiben entfalten für sich allein keinerlei Rechtswirkungen, eine Zahlungsverpflichtung gegenüber dem Aus- steller wird hierdurch nicht begründet.

Schutzrechtsanmeldungen

Das Deutsche Patent- und Markenamt weist darauf hin, dass ein Schutzrecht nur durch Anmeldung beim Deutschen Patent- und Markenamt oder bei anderen Behörden des gewerblichen Rechtsschutzes erlangt werden kann.

Amtliche Gebühren, die im Zusammenhang mit einem Schutzrecht im Verfahren vor dem Deutschen Patent- und Marke- namt anfallen, sind ausschließlich auf das vom Deutschen Patent- und Markenamt benannte Konto einzuzahlen. Zur Höhe der Gebühren wird auf das Symbol PDF-Datei Kostenmerkblatt verwiesen (siehe hierzu auch schon oben unter Punkt 6.).

Eine gesonderte Gebühr für die Veröffentlichung eines Schutzrechts im Register wird vom Deutschen Patent- und Marke- namt nicht erhoben.

Schutzrechtsverlängerungen

Schutzrechte können durch rechtzeitige Einzahlung der jeweiligen Verlängerungsgebühr direkt auf das Konto des Deutschen Patent- und Markenamts verlängert werden. Zur Höhe der Verlängerungsgebühr wird auf das Symbol PDF- DateiKostenmerkblatt verwiesen.

Weitere Informationen hierzu sowie eine Liste von Unternehmen, die nicht vom Deutschen Patent- und Markenamt beauftragt sind, finden Sie auf der Internetseite des Deutschen Patent- und Markenamts unter http://www.dpma.de/service/dasdpmainformiert/warnung/index.html.

Quelle: www.dpma.de